Dienstag, 26. Juni 2007

Tokyo Police Club, Frankfurt, 25.06.07


Konzert: Tokyo Police Club
Ort: Cooky's Frankfurt
Datum: 25.06.2007
Zuschauer: etwa 70


Im Februar habe ich die kanadische Band Tokyo Police Club im Kölner Underground gesehen. Damals hatte ich einen Narren an ihrer EP und vor allem einigen der Hits der Band gefressen, vor allem das fabelhafte "Nature of the experiment" war Anfang des Jahres eines meiner absoluten Lieblingslieder. Das Konzert im Underground war wild, laut und schnell - und auch schnell vorbei, denn die Band spielte die vierzehn Stücke sehr flott runter. Allerdings war es trotz der Kürze ein riesiges Vergnügen, denn der Einsatz, mit dem die Band ihre Stücke vorträgt, ist herrlich unterhaltsam.

Auf den Tag genau vier Monate später war Gelegenheit, Tokyo Police Club mit etwas Distanz noch einmal anzusehen. Die Band kam ins Cooky's in Frankfurt, nachdem sie am Wochenende beim Southside- und Hurricane-Festival aufgetreten war (sogar zu prominenter, nämlich recht später Uhrzeit). Im Gegensatz zu meinem ersten Konzert im Cooky's (Jamie T. und The Taste) war der Kellerclub diesmal ziemlich leer. Als Vorgruppe spielte eine Band namens Velveteen, die aus Frankfurt kommen soll (mindestens der Sänger ist aber Franke, zumindest nach der Art, wie er "ch" ausspricht, zu urteilen). Die vier Musiker spielen amerikanisch klingenden Indierock, der wie Sachen klingt, die man schon mal gehört hat. Das war sicher nett, hat mich aber nicht umgeworfen. Rechte Stimmung kam auch nicht auf, das lag aber sicher nicht an der Band, sondern am leeren Club.

Setlist Velveteen Frankfurt:

01: After the k.m. tapes
02: The loyalty report
03: Surprise, surprise...
04: The getaway
05: Northern song
06: I'm so tired
07: One with the merchants
08: Better be somewhere
09: And you miss the money
10: Your dead friend

Den Umbau erledigten die Bands selbst. Umbau heißt bei Tokyo Police Club in erster Linie, allerlei Spielzeug auf die Bühne zu stellen (Trommeln für nicht-Schlagzeuger,
Rasseln, unfassbar viele Drumsticks, was man eben so braucht, um Lärm zu machen). Neben vielem gutklingendem Krach, sind viele kurze Lieder typisch für Konzerte der Kanadier. Diesmal waren es 17 Stücke, die in 35 Minuten gespielt waren. Neben den sieben Stücken der EP "A lesson in crime" (bzw. acht, mit dem Bonus-Lied "Cut cut paste") spielten TPC viele mir neue Lieder, u.a. die Single "Your english is good". Beim ersten (und eben schnellen) Hören war darunter aber kein so großer Hit wie "Nature of the experiment", "Cheer it up" oder "Be good". Aber das mag täuschen, denn viele Lieder sind eben schon vorbei, bevor man irgendetwas bemerkt, was ein gutes Lied ausmacht. In der Zeit, in der man den CD- oder mp3-Spieler noch mal zurückschalten würde, hat die Band live schon mindestens ein weiteres Stück gespielt.

Ob die neuen Sachen jetzt ähnlich gut ziehen oder nicht,
wird sich bald zeigen. Sicher ist jedenfalls, daß Konzerte von Tokyo Police Club trotz der Kürze unterhaltsam sind. Keyboarder Graham zum Beispiel hat ein herrlich engagiertes Gesicht, während er auf sein Keyboard einprügelt. Gitarrist Josh hat eine eigene Trommel, auf die er ab und zu eindrischt, als ginge es um Leben oder Tod. Bei einer dieser Aktionen flog ein abgebrochener Drumstick quer durchs Publikum, das Geschoss traf aber glücklicherweise niemanden. Bei einem Lied nahm Josh die Trommel auch unter den Arm, um darauf rumzuprügeln.

Auf das Album bin ich sehr gespannt. Live war es wieder sehr lustig. Nicht umsonst waren Tokyo Police Club vergangenen Freitag auch auf der John-Peel-Stage in Glastonbury.

Setlist Tokyo Police Club Frankfurt:

01: La ferrassie
02: Cheer it up
03: Elephant
04: Sixties remake
05: Box
06: If it works
07: New song
08: Nursery
09: Cut cut paste
10: Harrowing
11: Citizens of tomorrow
12: Shoulders & arms
13: Centennial
14: Your english is good
15: Nature of the experiment
16: Famous
17: Be good


3 Kommentare :

Anonym hat gesagt…

Wann war es vorbei? Hätte ich meinen Zug um viertel nach elf bekommen, wenn ich mich dazu entschieden hätte, doch noch vorbeizukommen?

Christoph hat gesagt…

Nein, leider keine Chance. Wenn ich mich richtig erinnere, haben die erst um elf angefangen. Also war es um kurz nach halb zwölf erst vorbei.

Anonym hat gesagt…

Gut dass ich zuhause geblieben bin :) Sonst hätte ich nämlich bis 3 Uhr oder so warten müssen..

 

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