Montag, 16. Januar 2017

Les concerts de la semaine à Paris du 16 au 22 janvier 2017

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Les concerts de la semaine à Paris du 16 au 22 janvier 2017


Mon agenda des concerts de la semaine est de retour! Après trois semaines de vacances on est bien motivés d'aller voir des concerts. Cette semaine est une semaine très française, parce que les artistes internationaux ne tournent pas encore, mais il y aura plein de belles choses. Le bon label Pan European recording fête ses dix ans d'existence au Point Ephémère et La Fnac, La Fabrique Balades Sonores et Ground Zéro refont des showcases. Puis Maud Lübeck (photo: Oliver Peel©) va jouer les morceaux de son très joli dernier album le mardi 17 janvier aux Trois Baudets.



17/01: Maud Lübeck, Lou et Ann  Darban, Les Trois Baudets 
17/01: Syd Kemp, Seahorse Hunter, The Sandcherries, Supersonic
18/01: Kyrie Kristmanson & Paulin Bündgen, Café de la Danse
18/01: Margaux Simone, Les Trois Baudets
18/01: Calypsodelia, Lisa Li Lund, Arielles Dombasle et Nicolas Ker, Sphaèros, Point Ephémère (10 ans de Pan European Recording)
18/01: Yalta Club, Le Pop-up du Label
19/01 Minou, Showcase Fnac (Passage du Havre), 17h15
19/01: Tristesse Contemporaine, Showcase Ground Zero
19/01: Lehna, La Dame de Canton
19/01: Flavien Berger et Thos Henley, Point Ephémère, complet 510 ans de Pan European Recording)
19/01: Darren Cross, Showcase La Fabrique Balades Sonores
20/01: Maraudeur, Stalled Minds, Purpur Spytt, Startocastors, La Mécanique Ondulatoire
20/01: Koudlam, Judah Warsky et Fantomes, complet, Point FMR (10 ans de Pan European Recording)
20/01: Buridane, Nesles et Camille Hardouin, Maison Populaire, Montreuil
20/01: Human Tongues, Le SuperHomard, Simple As Pop; Bus Palladium
20/01: Katel en showaces à La Passerelle.2
21/01: Electric, Electrix, Futuroscope, Point Ephémère
21/01: Elise Mélinand et Glenn Sauvage, Petit Théâtre du Bonheur
22/01: Robi, Autour de Sylvia Plath, Maison de la Poésie


Sonntag, 8. Januar 2017

Konzerttipps in Berlin Januar 2017

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Immer wieder hören wir den fordernden Ruf nach Konzerttipps - gerade im so umtriebigen Berlin! Deshalb sind wir sehr froh, hier spreeathener Insiderwissen weitergeben zu dürfen, nämlich die Empfehlungen zum Tanzen und für die wirklich lohnenden Indie-Konzerte zusammengestellt von den rührigen Leuten bei Fourtrack on Stage, deren eigene Veranstaltungen man in der Liste hervorgehoben findet.


08.01. Driftmachine, Mimicof @Roter Salon
10.01. Secret Chord Collective @Karpernaum Kirche
11.01. Fourtrack: Imaginary French & Tiny Dinosaurs

          @Schokoladen
12.01. Damaged Goods: Vorträge, Lesung, Musik @Tennis Bar
12.01. Shishigami & Inti + Wizard Ashdod + The Chop DJ Squad 

          @Madame Claude
12.01. Sour Dough #2: Kathi, Dj City @Paloma Bar
13.01. Helen Fry @Sputnik Kino
14.01. The Robocop Kraus @Festsaal Kreuzberg
14.01. Mumbles @IPA Bar
14.01. OMP AllStars @Schokoladen
14.01. What Difference Does It Make @Amigaclub
17.01. Drunk At Your Wedding @Madame Claude
18.01. Kevin Devine @Kantine am Berghain
19.01. Heimspiel: Lake Felix & Päfgens @Alter Roter Löwe Rein
20.01. Mary Ocher + Anika DJ Set @ausland
22.01. Half Girl + St. Michael Front @Volksbühne
24.01. Isolation Berlin, Culcha Candela @Kulturbrauerei 

           (Benefizkonzert)
27.01. Soft Grid @Spartacus Potsdam
28.01. Soft Grid @Urban Spree
28.01. Jens Friebe am Flügel @Roter Salon
29.01. ClickClickDecker @Lido
30.01. Cian Nugent @Monarch
31.01. Marie Reiter @Madame Claude
02.02. Zur Transformation des Alternativen 2: 

           Buchvorstellung @Lovelite
03.02. The Proper Ornaments @Marie-Antoinette
07.02. Ebo Taylor @Bi Nuu

Samstag, 7. Januar 2017

My year in lists - Meine 15 Konzerte des Jahres (Christoph)

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Meine 15 Konzerte des Jahres. Eigentlich müsste diese Liste deutlich länger sein, weil ich 2016 fünf eigene Konzerte veranstaltet habe und alle beteiligten Bands (The Royal Landscaping Society, When Nalda Became Punk, Linda Guilala, Woog Riots, Desperate Journalist, Precious Few, Chorusgirl, Witching Waves, noch einmal Precious Few und Flowers) für mich Konzerte des Jahres gespielt haben. Aber da bin ich befangen, in meine Top 15 kommen nur fremdveranstaltete Konzerte.

Statistik: 86 Konzertberichte mit 100 Bands und 92 Setlisten. 31 Auftritte in Deutschland, 23 in England (vor allem beim Indietracks), 15 in Island (Airwaves), 11 in Spanien (Primavera Sound), vielleicht 10 bis 15 Konzerte, über die ich nicht geschrieben habe. 


Bitte über die Links die damaligen Konzertberichte anklicken! You'll find my reviews following the links!


Platz 15: VAR, Reykjavik


Wir hetzten von einem Veranstaltungsort zum nächsten und sahen überall tolle Bands. Irgendwann landeten wir abgehetzt im Hitt húsið, in der Nähe des Hafens und bekamen eine Band serviert, die wir zwar gezielt sehen wollten (VAR), deren Wucht und Brillanz uns aber auf dem falschen Fuß erwischte. VAR müssen sich wegen ihres Stils und der gemeinsamen Heimat natürlich mit Sigur Rós vergleichen lassen, wenn ich zwischen einem Konzert von VAR und Sigur Rós wählen müsste, würde ich aktuell wohl VAR wählen.


Platz 14: Flyying Colours, Köln


Flyying Colours sind eine wahnsinnig gute australische Shoegaze-Band, die ich im vergangenen Jahr schon einmal beim Primavera Festival gesehen hatte. Daß sie nach Köln kommen würden, hatte ich nicht zu hoffen gewagt. Als sie im Lineup eines Festivals names The Cardinal Sessions im Gebäude 9 auftauchten, dachte ich erst an eine andere Band gleichen Namens (trotz der zwei y). Flyying Colours passten so gar nicht in das restliche Programm (u.a. mit einer Brings-Coverband). Mindestens drei Leute waren aber genau wegen der Australier da und wurden mit herrlichem Krach belohnt.

Platz 13: Lingby, Köln


Das erste Konzert meines Jahres und gleich ein so fantastisches! Die wundervolle Band Lingby hatte die Idee, mit Schülern Kölner Schulen, die die Lingbys in Musik unterrichten, ein Konzert mit Orchesterunterstützung einzuüben. Daraus wurde "Lingy and their super-fabulous bigbandchoir 180", eine logistische Meisterleistung (die 180 steht für die beteiligten Schüler!), die aber auch musikalisch herausragend war!

Platz 12: John Carpenter, Barcelona


DER John Carpenter? Der von The Fog? Wahrscheinlich ging das vielen ähnlich durch den Kopf, als das Primavera sein Lineup veröffentlichte. Ich ging mehr aus Neugierde als aus echtem Interesse zu dem sehr amerikanisch wirkenden Regisseur und Komponist. Und was soll ich sagen? Das Konzert war fantastisch! John Carpenter (kaugummiknatschend) spielte mit seiner Band (keinem Orchester!) unzählige Welthits der Kinogeschichte, die er eben alle geschrieben hat. Ein sagenhaftes Konzert!


Platz 11: Xiu Xiu plays the music of Twin Peaks, Köln


Twin Peaks ist die beste Fernsehserie der Welt, ihr Soundtrack war damals ebenfalls so anders als alles andere. Daß Xiu Xiu diese Musik mit ihrer eigenen Exzentrik live aufführen würden, klang viel zu gut, um es zu verpassen. Und ja, es wurde genauso, wie ich es mir erhofft hatte! 

Platz 10: Secret Shine, Ripley


Wenn einem der Sitznachbar die Gänsehaut auf seinem Arm zeigt, ist man wohl Zeuge eines besonderen Konzerts! Secret Shine passten gar nicht recht in meinen Tagesplan beim Indietracks. Für die Auftritte in der kleinen Kirche muß man viel Zeit einplanen, also früh da sein. Damit verpasst man grundsätzlich andere Höhepunkte. 
Aber wie sich das gelohnt hat! Die Band aus Bristol, die bei Sarah Records veröffentlicht hat, spielte alte und neue Hits, wundervollsten Shoegaze und war nicht etwa wegen der Melancholie so gut. Dies war eine Legendenband, die auch heute noch relevant und großartig ist!

Platz 09: Björk, Reykjavik


Bewegend vom ersten Moment an... Björk hat die Trennung von ihrem langjährigen Partner in einem tieftraurigen Album verarbeitet, das sie zu großen Teilen während des Iceland Airwaves nur von 30 Streichern begleitet aufführte. Anderthalb Stunden lang nur Björks Stimme und Streicher und ein fantastisch andächtiges Publikum. Atemberaubend!

Platz 08: Savages, Köln


Der letzte Satz meines Konzertberichts von Savages im März: "Viele bessere Konzerte werde ich dieses Jahr nicht mehr sehen." Warum? Weil Savages immer wahnwitzig gut sind. Es gibt vermutlich keine bessere Liveband dieser Tage und auch mit dem zweiten Album verlieren die Shows der Londonerinnen nichts von ihrer Wut und Brillanz. Vier phänomenale Einzelmusikerinnen, die gemeinsam alles in Grund und Boden spielen.  

Platz 07: Brian Wilson performs Pet Sounds, Barcelona


Seit einigen Jahren mache ich keine Liste meiner schlechtesten Konzerte des Jahres mehr. Zum einen sehe ich zu wenig wirklich schlechte Bands über Konzertdauer, zum anderen mag ich dieses Nachtreten nur dann, wenn die Band es wirklich verdient hat. Daß Brian Wilsons Auftritt beim Primavera Festival gute Chancen haben würde, auf der Flop-Liste in meinem Kopf zu landen, war ziemlich wahrscheinlich. Der alte Mann, der kaum noch dazu in der Lage, sein Meisterwerk spielen sollte? Vor zigtausend kritischen Festival-Besuchern?
Nun, ich hatte natürlich wieder einmal keine Ahnung! Das Konzert war brillant, bewegend, fröhlich und melancholisch zugleich, es war im Star-Lineup des Festivals das eine, das man gesehen haben musste.


Platz 06: Haiku Salut, Ripley


Ich wollte mir ein paar Lieder angucken, mehr nicht. Extrem spannend klang die Beschreibung der Band aus dem Peak District nicht. Was die drei Frauen mit unzähligen Instrumenten und Platzwechseln allerdings hervorzauberten, war fantastisch und so bleibend, daß ich schon da keinen Zweifel daran hatte, eines der besten Konzerte des Jahres gesehen zu haben. Sigur Rós (oder wie der Guardian schrieb björkesque Kraftwerk) mit Akkordeon und Glockenspiel. Wahnsinn!

Platz 05: Wolf Parade, Hilvarenbeek


Die beste Band der Welt? Sunset Rubdown! Seit die nicht mehr existieren, muß ich mich mit Spencer Krug in seiner zweitbesten Gruppe Wolf Parade begnügen. In jedem normalen Jahr wäre das mein Konzert des Jahres gewesen. Wolf Parade sind schwer live zu sehen. Wir mussten bis zum (tollen!) Best Kept Secret Festival fahren, weil die Kanadier Köln großräumig umfahren. Aber für Sunset Rubdown musste ich damals auch nach Brüssel und (noch absurder) Wetzlar fahren.

Platz 04: Desperate Journalist, York


Wobei die beste aktive Band der Welt ja Desperate Journalist ist... Es passte perfekt. Nach dem Indietracks machte ich einer alten Tradition folgend (seit 2015) Urlaub in England, am Ende dieses Urlaubs spielten Desperate Journalist in York als Support von Chameleons Vox. Desperate Journalist werden 2017 ihren Durchbruch erleben, ihr erstes Deutschland-Konzert haben sie im März 2016 im Tsunami Club in Köln gespielt, als sie noch niemand kannte, jeder, der die vier live erlebte aber Fan wurde. In York war egal, was die Band spielte, das Publikum hätte ohnehin keines der Lieder gekannt. Also spielte das Londoner Postpunk-Quartett viel Neues vom im Frühjahr erscheinenden Album. Hoch kein Hollow und kein Resolution (die beiden neuen Singles), aber viele Knüller. 

Platz 03: Belle & Sebastian (If you're feeling sinister), London


23.06.16 - der Tag des Brexit. Aber auch der Tag meines besten Belle & Sebastian-Konzerts bisher. Die schottische Tweepop-Band feierte die 20. Geburtstage ihrer beiden Debüt-Alben Tigermilk und If you're feeling sinister. Obwohl an Tag eins auch noch Teleman Support in der Royal Albert Hall waren, war der Tag des roten Albums eine ganz besondere Offenbarung! Erst das Album, dann ein wirkliches Fan-Zugabenset. Wow!

Platz 02: Lush, London (Reunion)


Auf dieses Konzert hatte ich 20 Jahre gewartet. Lush wiedervereint! Obwohl ich selbst eine Guerilla-Aktion geplant hatte, die Lush-Reunion hinzubekommen, hatte ich bis ein Jahr vorher nicht daran gedacht, Miki, Emma und Phil einmal live zu sehen. Am 11.04. stand ich mit 324 anderen im Club Oslo in Hackney und erlebte aufwühlende 85 min.
Ich sah die Band 2016 noch einige Male, bei den beiden ausverkauften Roundhouse-Shows, beim Primavera, in Berlin als Pixies-Support und bei ihrem Abschiedskonzert in Manchester. Jedes war grandios, das erste das bewegendste.


Platz 01: Allo Darlin', London


Und bis einschließlich des ersten der drei Abschiedskonzerte der wundervollen Allo Darlin' war natürlich Lush mein Konzert des Jahres. Allerdings erwischten mich Allo Darlin' Samstagabend im Moth-Club (auch in Hackney) komplett auf dem falschen Fuß. Ich hasse all diese dämlichen Musikjournalisten-Floskeln, das nutzt aber jetzt nichts. Es war bewegend, mitnehmend, intensiv, emotional und das beste Stücke Livemusik 2016. 



Freitag, 6. Januar 2017

Witching Waves, Köln, 03.10.16

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Konzert: Witching Waves
Ort: Tsunami Club, Köln
Datum: 03.10.2016
Dauer: gut 45 min
Zuschauer: gut 25



Im vergangenen Sommer war ich da, wo ich Ende Juli immer bin, in Ripley in Derbyshire. Und da es beim Indietracks so viele unbekannte Perlen zu entdecken gibt, darf man nicht normalen Festival-Regeln folgen und die ersten Bands des Tages streichen, es könnte sich um kommende Lieblingsgruppen handeln.


Witching Waves aus England spielten auch am Sonntagmittag, deren Platten kannte ich aber bereits, also hätte ich den Auftritt unter keinen Umständen verpasst. Nach dem kurzen aber schönen Konzert ging ich zum Merch und sprach Schlagzeugerin Emma an, ob sie sich ein Konzert in Köln vorstellen könne. Die Reaktion war freundlich aber verhalten, wenige Wochen später kam jedoch die konkrete Anfrage für ein Konzert im Oktober. Wir wurden uns schnell einig, auch wenn der 3. Oktober kein perfekter Termin für eine Veranstaltung ist.

Am Nachmittag traf ich Emma und Mark in der Stadt. Wegen des kurzen Vorlaufs und des schwierigen Termins hatte ich keine Vorgruppe für das englische Duo gesucht. Als wir beim Smalltalk über ihr Konzert in Freiburg am Vorabend sprachen, ihr erstes in Deutschland, erzählte Emma, der Veranstalter habe vorher mit ihnen gesprochen und ihnen mitgeteilt, daß Bands bei ihm mindestens 45 Minuten zu spielen hätten. Sie hatten aber nur ein Set von gut 20 Minuten. Also mußten sie improvisieren, ein Lied doppelt spielen, eines strecken. 


Ich wäre nie auf die Idee gekommen, daß die Auftrittszeiten ein Problem bei einem Konzert sein könnten. Dadurch, daß diese Diskussion aber schon in Freiburg stattgefunden hatte, war das Problem gelöst. Puh!

Am frühen Abend hatte sich die Band in den Backstage-Raum des Tsunami zurückgezogen. Als ich den beiden Getränke brachte, übten sie mit ausgestöpselter Gitarre (Mark) und Trommeln auf den Beinen (Emma) ein weiteres Lied ein. Sie nahmen die 45-Minuten-Regel also überaus ernst.


Meine Befürchtungen, was die Größe des Publikums anging, wurden leider erfüllt. Gerade mal 25 Zuschauer waren ins Tsunami gekommen. Für eine Band, die keiner kennen konnte, ist das objektiv an einem Feiertag aber wohl gar nicht schlecht; meine Wahrnehmung ist aber eben, daß eine solch tolle Band auch ein großes Publikum verdient.



Beim Indietracks hatten Emma und Mark noch mit Bassistin (Ruth) gespielt (es war ihr drittes Konzert), in Deutschland waren die beiden alleine. Emma und Mark singen beide, sie hinter dem Schlagzeug, er an der Gitarre. 

Sie begannen ihren Auftritt mit einem Instrumental-Stück, bevor mit Better run der erste von einigen Ohrwürmern folgte. Ich habe 2016 so oft Witching Waves gehört und liebe viele der Songs immer mehr. Better run und Seeing double sind aber immer noch meine Lieblinge. Obwohl sie zwei Platten und ein paar Singles und EPs haben, spielten Witching Waves (mindestens) drei neue Lieder. Alle drei waren toll, ganz besonders Disintegration gefiel mir ausgezeichnet!

Mal singt Emma, mal singt Mark, mal beide, immer ist eine Menge Energie in den Liedern.

Nach Seeing Double (es war das sechste von dreizehn Liedern), sagte Mark, sie seien jetzt normalerweise fertig. Aber heute gebe es ein "special long German set." Und es folgte ein zweites komplettes Konzert, der Abend in Köln war also der längste Witching Waves Auftritt bis dahin! 

Nachdem mit Barber das letzte eigene Lied gespielt war, fragte Mark, ob sie noch ein Rolling Stones Cover spielen sollten. Es wurde (I can't get no) satisfaction und klappt trotz kleinerer Textprobleme sehr gut.

Ja, natürlich hatten die Witching Waves ein größeres Publikum verdient, aber auch so war der Abend ein sehr schöner.

Setlist Witching Waves, Tsunami Club, Köln:

01: Instrumental
02: Better run
03: Best of me (neu)
04: Eye to eye
05: Inside outside (neu)
06: Seeing double
07: Disintegration (neu)
08: Sleepwalking
09: Creeping
10: Twister
11: Concrete
12: Barber
13: (I can't get no) satisfaction (The Rolling Stones Cover)

Links: 

- aus unserem Archiv:
- Witching Waves, Ripley, 31.07.16



Donnerstag, 5. Januar 2017

My Year In Lists - 17 Konzerte und anderes (Nelle)

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Dauergast bei unseren My year in lists - Rückblicken: Nelle aus Köln. Jahresbestenlisten sind toll! Jahresbestenlisten mit Statistiken sind noch viel toller!



 
Jahresrückblick 2016 – Die Top 17 Konzerte und anderes 

Bevor ich die besten Konzerte Revue passieren lasse, wie immer ein kleiner Blick auf meine Lieblingsmusik aus der Konserve im vergangenen Jahr. Favorisiertes 2016er Album war definitiv Let them eat chaos von Kate Tempest, gefolgt von den Alben von Emmy the Great, Martha und den Tuts sowie der EP von Colour Me Wednesday. Weitere tolle Alben kamen von Amber Arcades, ¡Ay Carmela!, Big Deal, Bleached, Daughter, Gurr, Happy Accidents, Låpsley, Local Natives, den Posies und Warpaint. Dazu noch bereits in den Vorjahren erschienene Platten von Evans the Death und The Spook School. Und dann noch Hello Saferide More modern short stories from Hello Saferide. Eigentlich mein Album des Jahres, aber bereits acht Jahre alt. Die Schwedin kannte ich schon aus der Zeit ihres 2005er Albums Introducing... Hello Saferide, hatte sie aber völlig aus den Augen verloren. Irgendwie bin ich dann wieder auf sie gestoßen und habe im Internet das Album gebraucht für sage und schreibe 1,14 Euro + Versandkosten gekauft. Besser kann man sein Geld nicht anlegen. 

Hier nun die 17 besten Konzerte (wobei außer der Top 3 die Reihenfolge wie üblich variiert je nach Tageslaune): 


Platz 17: Happy Accidents – The Star and Garter, Manchester (22.07.16) Vor dem geliebten Indietracks Festival stand noch eine Woche Urlaub in anderen englischen Städten an, unter anderem Manchester. Beim Durchklicken diverser Konzertkalender entdeckte ich dann auch ein Konzert von Happy Accidcents, die ich ausschließlich kannte weil ihre Albumveröffentlichung kurz zuvor im Newsletter ihres Labels Alcopop Records erwähnt wurde, den ich wiederum nur bekomme weil es für die Anmeldung irgendwann mal einen Gratisdownload von Sam Duckworth (Get Cape. Wear Cape. Fly / Recreations) gab. Also bei Bandcamp angehört, für großartig befunden und Ticket gekauft. Das Star and Garter liegt in einem freistehenden Backsteingebäude direkt neben dem Bahnhof in einer Brachgegend, die in den kommenden Jahren komplett neu „entwickelt“ werden soll (hoffentlich ohne den Club wegzuentwickeln). Nach zwei örtlichen Vorbands spielte die Band dann fast alle Titel ihres sensationellen Album You might be right und war ganz fantastisch. 

Platz 16: Gérald Kurdian – Le Pop Lingerie, Köln (22.09.16) Im Ehrenfelder Unterwäscheladen Le Pop finden regelmäßig Konzerte statt, häufig von französischen Künstlern (die Inhaberin ist z. B. auch in der bekannten Samplerreihe gleichen Namens involviert – nicht nur als Covermodel). Im September haben ich es endlich einmal zu einem der Konzerte geschafft. Gérald Kurdians franko-deutscher Kauderwelsch zwischen den Stücken war das Lustigste was ich 2016 gehört habe und auch seine Elektropopchansons waren super. 


Platz 15: Einar Stray Orchestra – Rufffactory, Köln (03.06.16) Die Kopfhörerkonzertreihe At the B-Sites hatte im dritten Jahr ihres Bestehens immer mal wieder Probleme mit dem Wetter, so dass nicht alle Konzerte wie gewohnt in öffentlichen Parks stattfanden, sondern auf Ausweichräumlichkeiten zurückgegriffen wurde. Das meiste Pech hatten sie mit dem Veransalten ihres ersten Festivals – das Festivalgelände war hochwasserbedingt zu einem Teil des Rheins geworden und daher fiel das Ganze kurzfristig aus. Auch das Konzert der Norweger vom Einar Stray Orchestra fand drinnen statt, hier wurde eine alte Gewerbehalle in Köln-Ehrenfeld zur Konzertlocation. Bisher mein schönstes Kopfhörerkonzert. 


Platz 14: Little Green Cars – Studio 672, Köln (24.05.16) Die kleinen grünen Autos habe ich vor Jahren mal auf einem BBC 6Music-Mixtape von Tom Robinson aufgepickt, vermutlich mit ihrem damaligen Überhit My love took my down to the river to silence me aus ihrem einige Zeit später erschienenen Debütalbum Absolute zero. 2016 kam dann nicht nur endlich ein Nachfolger, sondern auch die mutmaßlich erste Deutschlandtour. Das erste Drittel des Konzerts fand ich ziemlich holprig und in der Band schien irgendeine seltsame Spannung zu herrschen, so als ob sie keine Lust hätten miteinander zu spielen oder so was. Als sie sich eine Weile eingespielt hatten, war das aber vollends verflogen und sie harmonierten miteinander, dass es eine Wonne war. 


Platz 13: Linda Guilala – Tsunami Club, Köln (29.01.16) Nein, dieses Konzert taucht hier nicht auf, um mich bei einem der Autoren dieses Blogs beliebter zu machen, da er es veranstaltet hat – sondern schlichtweg, weil es so toll war. Die spanische Band kannte ich nur vom Namen, als im Januar das erste Verbena Pop im Tsunami Club stattfand und ich hatte auf Grund irgendeines Liedes, das ich mal gehört hatte, an eine fröhliche Popband mit Sängerin oder so was gedacht. Stattdessen spielten die drei besten Shoegaze mit schön viel Gitarrengewitter. Das war nicht nur unerwartet, sondern auch umwerfend gut. 


Platz 12: Saint Etienne – Indietracks Festival, Ripley (30.07.) Der Indietracks-Headliner waren die guten alten Saint Etienne, die ich eigentlich nie auf der Liste „Bands, die ich noch live sehen muss!“ hatte, obwohl ich sie bereits seit 19 Jahren kenne. Also eine glückliche Fügung, dass sie nun dort spielten und wenn sie nicht ausgerechnet meinen langjährigen Favoriten Sylvie verhauen hätten, wären sie sicher noch ein paar Plätze weiter oben gelandet. 


Platz 11: Warpaint – Live Music Hall (30.10.) Über Warpaint brauche ich auf diesem Blog wohl nicht mehr viele Worte verlieren, sie gehören mit Sicherheit zu den am häufigsten mit Konzertberichten gepriesenen Bands. Also in der Kurzversion: Es war wieder einmal fantastisch. 


Platz 10: Flowers – Indietracks Festival, Ripley (30.07.) Kannte ich vorher nur vom Namen, waren umwerfend. 


Platz 9: The Low Anthem – Gebäude 9, Köln (23.10.16) Kein Konzert für schwache Nerven! 2010 hatte ich die mir damals unbekannte Band erstmals gesehen, das war im Halderner Spiegelzelt. Es war sensationell und damals mit großem Abstand auf dem ersten Platz meiner Jahresliste. Im Folgejahr dann ein verkorkster Festivalauftritt (für dessen Verkorksen die Band nichts konnte) und dann mehr oder minder eine Pause, die mit dem weirden Album Eyeland 2016 zu Ende ging. Das Konzert begann mit einem 6- bis 7-minütigen Intro vom Band, dann betrat die Band die Bühne und führte das Intro fort mit einem Arsenal aus dutzenden Vogelpfeifen und ähnlichen Dingern, die irgendwelche Pfeif-, Piep- und Klappergeräusche machen. So dauerte es vom erwarteten Beginn (Saallicht geht aus) bis zum Beginn des ersten richtigen Stückes bereits etwa 12 bis 15 Minuten. Wer auf Experimente keinen Bock hatte, war vermutlich jetzt bereits gegangen. Es folgten dann viele sehr leise, fein instrumentierte Stücke, die immer wieder von eingestreuten, unfassbar lauten, verzerrten Rocknummern ad absurdum geführt wurden. Die leisesten und lautesten Songs, die ich dieses Jahr live gehört habe, kamen z. T. binnen 5 Minuten während ein und dem selben Konzert. Unterm Strich war das ganze Konzert fordernd und anstrengend, aber auch extrem faszinierend. Ein absolut denkwürdiger Abend, auch wenn ich meiner Begleitung nicht böse sein kann, dass sie es schrecklich fand. 


Platz 8: At the Drive-In – Palladium, Köln (30.03.16) Eins meiner zwei großen Konzertraumata ist, dass ich 2001 nicht zu At the Drive-In im Bochumer Zwischenfall gehen konnte, weil meine Eltern mich danach nicht vom Bahnhof der nächstgelegenen größeren Stadt abholen wollten. Kleinstadtjugendmist. Reunions sind meistens ebenfalls Mist und im Palladium ist bereits die Garderobe größer als die damalige Location, dennoch wollte ich die Band endlich sehen. Die Stücke sind die gleichen, die Bandköpfe springen rum als seien sie immer noch jung und ganz sentimental betrachtet war es super. Nochmal würde ich aber nicht hingehen. 


Platz 7: The Spook School – Blue Shell, Köln (08.12.16) Die Indietracks-Entdeckung The Spook School in Köln, yeah! 


Platz 6: Emmy the Great – MTC, Köln (04.04.16) Ich liebe Emmy the Great, bewundere ihre Wandlung von der Folkpopmusikerin in Richtung elektronischer Pop ohne doof zu werden und habe sie 2016 gehört wie niemanden sonst (sagt last.fm). Das MTC war katastrophal schlecht besucht, dennoch schien sie Spaß zu haben und erfüllte sogar meinen Wunsch Algorithm. Auf Grund der geringen Besucherzahl halte ich es für unwahrscheinlich, dass sie bald wieder hier tourt – umso froher bin ich, im April dort gewesen zu sein. 


Platz 5: Kate Tempest – Capitol Theater, Düsseldorf (29.10.16) Im Capitol sind sonst eher Musicalveranstaltungen und Artverwandtes, daher war es mein erster Besuch dort. Dass das letztjährige Album von Kate Tempest großartig war / ist, hatte ich ja schon oben erwähnt. Da das Album wieder einem roten Faden folgt, hatte ich sehr gehofft dass sie bei der Liveumsetzung mit ihrer Band beim New Fall Festival dies beibehält und das Album in voller Länge durchspielt. Und dies Hoffnung wurde nicht enttäuscht: Nach einer direkt an das Publikum gerichteten Anmoderation wurde die Platte vom ersten bis zum letzten Ton ohne weitere Unterbrechungen durchgespielt! Folglich war es großartig – dass danach aber auch schon Schluss war und es keine Stücke von Everybody down oder sonstige Zugaben gab, trübte die Stimmung aber etwas und sorgt dafür, dass das Konzert nicht noch weiter oben gelandet ist. Also quasi nicht auf Grund dessen, was ich gesehen / gehört habe, sondern was ich nicht gesehen / gehört habe. 

Platz 4: Daughter – FZW, Dortmund (10.10.16) Im Frühjahr spielten Daughter schon einmal in Köln, das war wegen blödem Platz und mäßigem Sound aber nicht wirklich positiv in Erinnerung geblieben. Zum Glück spielten sie im Herbst noch einmal in Dortmund und da war alles wieder wie gewohnt herausragend. Außerdem spielte unerwartet Dan Croll im Vorprogramm, was eine nette Überraschung war. 


Platz 3: Vimes – Stadtgarten, Köln (27.08.) c/o pop, die Erste: Die Kölner Elektropopband Vimes habe ich schon seit einigen Jahren auf dem geistigen Zettel, da sie seinerzeit mit einem anderen, mit persönlich bekannten Musiker zusammengearbeitet haben. Im Stadtgarten bot sich nun die Gelegenheit, das ganze einmal live zu sehen. Es war unfassbar heiß, laut, nebelig, ekstatisch, wundervoll. 

Platz 2: The Posies – Razzmatazz 2, Barcelona (21.04.) Die Posies sind im gefühlt 100. Jahr ihrer Bandgeschichte schon alte Bekannte und auch schon hin und wieder in meinen Jahreslisten aufgetaucht – letztmalig im vergangenen Jahr, damals aber als besonders misslungenes Konzert. Inzwischen haben sie wieder einen Schlagzeuger aus Fleisch und Blut dabei. Dass sie zudem in Spanien bekannter sind als in Deutschland, Belgien und den Niederlanden, wo die Konzerte in den letzten Jahren meist sehr überschaubar besucht waren, hatte ich ebenfalls gehört. Daher haben wir einen ohnehin geplanten Wochenendtrip nach Barcelona rund um ein Posies-Konzert dort gelegt. In der Tat kommen dort viel mehr Leute und die Band wird für jedes Stück abgefeiert – egal ob Klassiker aus den 90ern oder Stücke des erst kurz zuvor erschienenen Albums Solid states. Es machte unfassbar viel Spaß, die Band endlich mal in dem Rahmen zu sehen, der ihnen gebürt. 


Platz 1: Local Natives – Klaus-von-Bismarck-Saal, Köln (26.08.) c/o pop, die Zweite: Hier hatte ich zwar ein sehr gutes, aber nie und nimmer das beste Konzert des Jahres erwartet. Die Rhythmik, die Harmonien, alles wie aus einem Guss, gleichzeitig tanzbar (in einem bestuhlten Saal) und melancholisch. Überragender Sound, tolle Songs aller drei Alben, ein wohlwollendes Publikum, ein Abend auf höchstem musikalischen Niveau.

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Wirklich richtig schlechte Konzerte waren zum Glück rar und fast ausnahmslos Zufallskonzerte. Das heißt, Bands die auf Festivals spielten bei denen ich wegen anderen Bands war (z. B. Captain Disko beim Horseshoe Festival in Olfen am 4. Juni oder Mia. beim Waltroper Parkfest am 28. August) oder Vorbands (z. B. Keegan vor den Posies im Blue Shell am 1. November) bzw. alternativ Hauptbands, wenn ich wegen der Vorband da war. Enttäuscht war ich von den Lieblingen von Fear of Men im Trix im belgischen Antwerpen (17.09.), da sprang bei mir nicht der Ansatz eines Funkens über. Dennoch werde ich bei denen bei der nächsten Tour wieder hingehen. Und schließlich stand im letzten Jahr hier als eine der Enttäuschungen auch eine Band, die jetzt oben ganz weit vorn dabei ist. 

Und wie jedes Jahr nun noch: Sinnlose Statistiken! 
• 151 einzelne Auftritte bei 50 Veranstaltungen (letztes Jahr 168) 
• Am häufigsten live gesehen: Giant Rooks (3x) 
• Länder (Auftrittsort): 105x Deutschland, 36x UK, je 3x Niederlande und Estland, je 2x Belgien und Spanien 
• Herkunft der Musiker: 57x UK, 53x Deutschland, 14x USA, 5x Spanien, 4x Schweden, 1 bis 3x Belgien, Estland, Frankreich, Irland, Kanada, Mexiko, Niederlande, Norwegen, Österreich, Russland, Schweiz (wo waren die Bands aus Dänemark und Island 2016?) 
• Laut last.fm am häufigsten gehört: Emmy the Great, Evans the Death, Fear of Men, Kilo Kish, Daughter 
• Laut last.fm am häufigsten gehörter Song: Rainy MiloHow pretty you look (when you're telling me lies)

Sonstige Vorkommnisse: 
• Ich war zum ersten mal seit 2004 nicht auf dem Haldern Pop Festival
• Mit Stornoway und Big Deal lösen sich gleich zwei Lieblingsbands der letzten Jahre auf. Während Stornoway mit großer Abschiedtour im Frühjahr unterwegs sind auf der Insel (fast wäre ich hingeflogen), waren Big Deal von heute auf morgen futsch. 
• Nach 8,5 Jahren spielen Subterfuge endlich wieder Konzerte, wundervoll. 
• Jeder sollte sich die unfassbar großartige Band Peaness aus Chester anhören. Da ich sie aber weder live gesehen habe, noch sie ein Album veröffentlich haben, hatte ich hier keine Gelegenheit sie zu erwähnen. Daher nutze ich diese finale Stelle explizit zur Lobpreisung der vielleicht besten Indiepoppunkband unserer Zeit. 

Fotos: Nelle, Christoph (Linda Guilala und Kate Tempest - beide Archiv)


 

Konzerttagebuch © 2010

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